Chronik: Berichte der Korbacher Grünen aus 2008
Naturerlebnisbad trifft auf Sympathie
Die Umwandlung des Korbacher Freibades in ein Naturerlebnisbad wird von wichtigen Entscheidungsträgern der Stadt mit Sympathie betrachtet. Dies ist das wichtigste Ergebnis eines Informationsabends, der von den Korbacher Grünen veranstaltet wurde.
Der Abend wurde eröffnet mit Begrüßungsworten des Sprechers der Korbacher Grünen, Werner Welsch, zur aktuellen Schwimmbaddebatte: „Wir GRÜNE wollen eine ganzjährigen Badebetrieb in Korbach erhalten. Sowohl aus Kostengründen als auch aus ökologischen Gründen halten wir die Errichtung eines Naturerlebnisbades für richtig“. Welsch betonte weiter, dass das Wasser in einem Naturbad auch ohne Chemiekalien sehr sauber sei. Gleichzeitig komme der Verzicht auf Chemie den an Allergien leidenden Menschen entgegen. Das Freibad müsse auf jeden Fall erhalten werden. Und: „Das Freibad bleibt Sportstätte.“
Die dringend notwendige Sanierung des Hallenbades biete hingegen die Möglichkeit, wesentlich effizienter als bisher mit Energie umzugehen und die Wärmeerzeugung auf regenerative Energien umzustellen. Idealerweise sollte man dann ein Blockheizkraftwerk einsetzen, das auch die Stadthalle und/oder die anliegenden Schulen mit Wärme versorgen könnte.
Welsch schloss seine Einführung mit dem Hinweis auf den Schwimmunterricht für Kindergärten und Grundschulen sowie die soziale Bedeutung der Korbacher Bäder: „Wir Grüne wollen, dass das Freibad für alle erschwinglich ist.“
Nach Welsch ergriff Dr. Klaus Winter vom Planungsbüro „eko-plant“ aus Neu-Eichenberg bei Witzenhausen das Wort, der unter anderem den Umbau des Freibades in Mettmann bei Düsseldorf zu einem Naturerlebnisbad geplant und den Bau begleitet hat.
Er zeigte die Unterschiede zwischen konventionellem Freibad, Badeteich und Naturerlebnisbad auf. Das Wasser wird bei letzterem in einem eigenen Becken, getrennt vom Schwimmteich, gefiltert, und zwar mit Hilfe von Schilf-Bepflanzung (Phragmites australis). Erst dann leitet man es in das davon getrennte eigentliche Freibad. Und zwar nicht nur horizontal von oben, sondern auch vertikal von unten. Dies hat zur Folge, dass die Schwebteile nach oben getragen und über die Überlaufrinne aus dem Becken herausgeschwemmt werden (siehe unser Schaubild).
- Vielerlei attraktive Gestaltungsmöglichkeiten können genutzt werden:
- Sandstrand und Wasserkaskaden laden zum Spielen und Planschen ein,
- der Sprungfelsen animiert zum Eintauchen in das kühle Nass.
- Durch die Bestückung der Anlage mit ausschließlich natürlichen Materialien entsteht ein echtes Urlaubsgefühl;sogar 50-m-Bahnen können beibehalten und damit Schwimmwettkämpfe durchgeführt werden, was für die Korbacher Schwimmvereine von Bedeutung sein dürfte.
Der Sicherheitsaspekt sei besonders wichtig. Dr. Winter erläuterte mit Schautafeln und Diagrammen, dass die hygienischen Vorschriften auch bei längeren Hitzeperioden in allen Parametern eingehalten werden konnten. Zudem werde die Sichttiefe von einem Beckenrand diagonal zum anderen gewährleistet sein.
Dass dies sogar bei einer Wassertiefe bis zu 3,80 m erreicht werden kann, erläuterte im Anschluss daran Heinz-Peter Helmer. Er ist ehemaliger Dezernent für Schule, Kultur und Sport der Stadt Mettmann, der für das Vorhaben bis zur Vollendung zuständig war. Er sprach neben diesen Sicherheitsaspekten auch die finanziellen an und erläuterte, dass der Zuschussbedarf vor allem durch sinkende Energiekosten und eingesparte chemische Zusätze wie Chlor erheblich geringer sei als bei einem konventionell betriebenen Freibad: während die nordrhein-westfäliche Kreisstadt Mettmann vor dem Umbau regelmäßig fast 200.000 Euro pro Saison habe zuschießen müssen, sei dieser Betrag nach der Umwandlung auf 112.000 Euro im Jahr gesunken.
Neben dem niedrigeren Zuschussbedarf scheint nach vorsichtigen Schätzungen auch der Investitionsbedarf für den Bau wesentlich geringer als wenn das alte konventionelle Freibad saniert würde.
Nach der Information durch die beiden Referenten schloss sich eine intensive Diskussion an. Zahlreiche Magistratsmitglieder, der Bürgermeister Klaus Friedrich, sein Stellvertreter Karl-Heinz Meier und der Stadtverordnetenvorsteher Heinz Merl waren ebenfalls Mitdiskutanten und beteiligten sich rege an der Fragerunde. Dabei wies Friedrich darauf hin, dass die Stadt mit der Sanierung des Freibades noch etwas Zeit habe. Für das Hallensport- und freizeitbad müsse hingegen im nächsten Jahr ein Sanierungsplan vorgelegt werden. Dies sei unter anderem Thema der Stadtverordnetensitzung am Mittwoch, den 17.12. Friedrich bekundete Sympathie für ein Naturerlebnisbad und verfolgte die Ausführungen der Referenten mit Interesse.
MVA Korbach: Noch höherer Schadstoffausstoß!
Die Müllverbrennungsanlage Korbach darf noch mehr Schadstoffe ausstoßen als bisher genehmigt. Dies erfuhr der Korbacher Kreistagsabgeordnete Daniel May (Die Grünen) durch eine Anfrage im Kreistag. In ihrer Antwort schreibt die Kreisverwaltung, dass die durch Änderung der Genehmigung „höhere Emissionen von Luftverunreinigung, insbesondere NO2 Emissionen“ festzustellen seien*. Der GRÜNEN Kreistagsabgeordnete ist entsetzt über die neuerliche Verschlechterung der Abgaswerte der Müllverbrennungsanlage: „Die Korbacher Anlage hat ohnehin im Vergleich zu anderen Anlagen sehr schlechte Abgaswerte. Es ist mir unverständlich, dass die Genehmigungsbehörde noch mehr Abgasbelastung zulässt“, sagt Daniel May.
Dies sei nicht tragbar, da es nach wie vor keine Untersuchung über die Schadstoffvorbelastung in Korbach gebe, meint der GRÜNEN Politiker. Unterstützt fühlt May sich auch durch die Ausführungen des Fachdienstes Gesundheit der Kreisverwaltung. So schreibt dieser als Stellungnahme zu der höheren Luftverunreinigung: „[Wir haben] (…) wiederholt darauf hingewiesen, dass Erkenntnisse und Auswirkungen bestehender Vorbelastungen nicht vorliegen und ohne diese eine sachgerechte qualifizierte Beurteilung, ob die Anlage im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung als unbedenklich angesehen werden kann, daher aus unserer Sicht nicht möglich ist.“* Die GRÜNEN verweisen darauf, dass sie seit langem eine Humantoxikologische Vorbelastungsuntersuchung für Korbach fordern. Sie weisen zudem darauf hin, dass eine solche Untersuchung für die Genehmigung einer Müllverbrennungsanlage normalerweise unerlässlich sei.
Für die GRÜNEN unterstreicht Daniel May abschließend: „Wir brauchen nicht mehr Abgasbelastung für Korbach, sondern mehr Filtertechnik und weniger Abgase!“
Antwort des Kreisausschuss auf eine Anfrage von Daniel May
... zur Müllverbrennungsanlage Korbach [PDF]
Regierungspräsidium lässt Geruchsbelastung in Korbach prüfen
Das Regierungspräsidium (RP) plant den vielen Beschwerden Korbacher Bürgerinnen und Bürgern aber auch von Besuchern der Stadt, über die anhaltenden Geruchsbelastungen, nachzugehen. „Damit gibt die Behörde einer Forderung der GRÜNEN Korbach sowie der Bürgerinitiative für ein lebenswertes Korbach nach“, erklärt Werner Welsch vom Vorstand der Korbacher GRÜNEN.
Die Leiterin der Immissionsschutzabteilung beim RP, Frau Tanneberg, teilte mit: „Als Nachweis ist geplant, von einem unabhängigen, in Hessen zugelassenen und von der HLUG überwachten Messinstitut, eine Bewertung der Emissionsquellen sowie die Erstellung einer Geruchsimmissionsprognose durchführen zu lassen. (…) Dieses Vorgehen stellt sicher, dass in absehbarer Zeit eine objektive und verwaltungsrechtlich belastbare Bewertung der auftretenden Gerüche vorliegt.“
Einzelne Bürgerinnen und Bürger hatten schon vor zwei Jahren bei der Behörde nachgefragt und um Auskunft bzw. Klärung der Geruchsbelastungen gebeten. Insbesondere die Abluft der ansässigen Industriebetriebe sorgte zu zahlreichen Beschwerden. Die Behörde war aber lange Zeit nicht bereit diesen Beschwerden nachzugehen.
Zur Unterstützung ihrer Beschwerden wurden Unterschriften für die Verbesserung der Luftbelastung gesammelt, die vom RP aber nicht anerkannt wurden. Die Bürgerinitiative für ein lebenswertes Korbach (BI) sammelte auf ihrer Internetseite Einträge von Bürgern die sich über die Gerüche beschweren. Aber auch zu diesen Beschwerden erklärten Vertreter der Behörde anschließend, das sei so nicht verwertbar und könne nicht anerkannt werden.
„Lange Zeit wurde so getan als gebe es gar kein Problem in Korbach, obwohl die Geruchsbelastungen, die beispielsweise vom Continentalwerk ausgehen, von niemanden in Korbach ernsthaft bestritten werden.“
„Korbacher sollten selber schnüffeln“
Kurioser Weise forderte die Behörde anstatt dessen die Bürgerinnen und Bürger auf, selbst Messungen vorzunehmen. „ Die Behörde forderte uns allen Ernstes auf, für sie über drei Monate mehrfach täglich an bestimmten Orten zu schnüffeln und detaillierte Aufzeichnungen zu machen. Wir hielten und halten es aber für nicht zumutbar, dass die Korbacher Bürgerinnen und Bürger hier den Job der Behörde übernehmen sollten“, erklärt Doris Jauer, Abgeordnete der GRÜNEN im Korbacher Stadtparlament.
Dennoch entwickelte man ein Formblatt, das man auf der BI-Internetseite unter www.muellverbrennung-korbach.de herunterladen oder über die BI beziehen kann. Mit diesem Formblatt zeichnen seit dem einzelne Bürger die Geruchsbelastungen auf.
Durch die Summe der Beschwerden, einer Umfrage der GRÜNEN in Korbach aber vor allem durch die nachdrückliche Belagerung der Behörden beim Regierungspräsidium gab dieses nun nach.
Für die Bürgerinitiative und die GRÜNEN ist wichtig, dass alle Emissionsquellen erfasst werden, unabhängig von dem Betreiber. So sei bereits im Erörterungsverfahren für die Müllverbrennungsanlage beispielsweise der Mischsaal des Reifenwerkes nicht in die Emissionsbewertung mit einbezogen worden. Das RP begründete dies damit, es handele sich hier um eine Fremdfirma in der Fa. Conti. Dies würde aber bedeuten, dass außer dem Mischsaal auch die zahlreichen externen Reifenlager und die Logistikzentren nicht bewertet würden, ebenso wäre es teilweise mit anderen Korbacher Industriebetrieben.
„Für die Korbacherinnen und Korbacher ist es wichtig, dass jetzt nicht einzelne Luftverschmutzer herausgepickt werden. Wichtig ist, dass die Luft insgesamt in Korbach sauberer wird“, meint Harald Rücker von der Bürgerinitiative für ein lebenswertes Korbach. Dabei könne ein Gutachten über die Geruchsbelastung in Korbach durch die Industrie ein erster Schritt sein, der aber nur einen kleinen Aspekt der Umweltverschmutzung abdecke. Viel wichtiger ist es, dass die Umweltbehörden eine Vorbelastungsuntersuchung in Korbach machen, bei der alle Schadstoffe in der Luft identifiziert werden.
Bewertung der GRÜNEN der Ergebnisse der Anfrage zum Thema Flechtenuntersuchung
Vorgelegt vom Magistrat in der Sitzung des Umweltausschusses am 29. April 2008 von Daniel May:
Die GRÜNEN stellen fest, dass (den Angaben des Magistrates folgend) die Flechtenkartierung kein wirksames Mittel ist, um genauere Informationen über die Schadstoffbelastung in Korbach zu erzielen.
Es können keine Informationen über die spezifischen Schadstoffe oder deren Mengen erzielt werden. Insbesondere wird aufgeführt, dass Aussagen über Schwermetalle und organische Verbindungen (Weichmacher wie Toluol oder Öle) nicht getroffen werden könnten. Daher kann auf spezielle Gegebenheiten in Korbach nicht eingegangen werden.
Die GRÜNEN verweisen zudem darauf, dass sie sich in ihrer Position bestätigt fühlen, die Stadtverordneten hätten zunächst Informationen darüber erhalten sollen, welche Aussagen mit der Flechtenuntersuchung überhaupt getroffen werden können. Die Eile, mit welcher der Beschluss für diese Untersuchung vorangetrieben wurde, scheint völlig unangebracht, wenn man bedenkt, dass die Untersuchung erst vorvergangene Woche (16. KW) begonnen wurde.
Insbesondere weisen die GRÜNEN daraufhin, dass auf die speziellen Zusatzbelastungen, die durch die Müllverbrennungsanlage entstehen, nicht durch die Flechtenkartierung erkannt werden können.
Die Fraktion der GRÜNEN stellt zudem fest, dass die Untersuchung teurer als ursprünglich angegeben wird: statt ~8500€ wie bei den Beratungen im Januar / Februar angegeben nun ~12000€.
Die GRÜNEN ziehen als Fazit: Die Flechtenuntersuchung ist zur Ermittlung der speziellen Belastung der Luft in Korbach kaum verwendbar, da nur eine sehr grobe Einschätzung der Luftqualität erarbeitet wird, und lokale spezielle Belastungen gar nicht erkannt werden.
Für die GRÜNEN bleibt klar: eine humantoxikologische Vorbelastungsuntersuchung in Korbach ist unerlässlich. Die Flechtenuntersuchung ist kein Ersatz für diese. Die Annahmen über die Schadstoffbelastung des Regierungspräsidiums für die Genehmigung der Müllverbrennnungsanlage bleiben damit ohne Grundlage.
Stadt Korbach legt Klimaschutzbericht vor
Grüne: Magistrat muss endlich Hausaufgaben im Klimaschutz machen!
„Wir begrüßen, dass die Stadtverwaltung endlich den von uns bereits im März letzten Jahres angeforderten Klimaschutzbericht veröffentlicht. Die Stadt Korbach hat die Aufgabe gut bewältigt, ihren CO2 Ausstoß zu bilanzieren. Das Ergebnis ist jedoch nicht zufriedenstellend“, stellt der Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Korbacher Stadtparlament Daniel May fest.
Mit ihrem Beitritt zum Klimabündnis / Allianca del Clima e.V. im Frühjahr 1997 hatte sich die Stadt Korbach verpflichtet, bis 2010 den Ausstoß an CO2 Ausstoß um 50% zu senken. Das Klimabündnis reduzierte seine Vorgaben im letzten Jahr so, dass nun nur alle fünf Jahre 10% Reduzierung erreicht werden müssen (Referenz 1990). Für Korbach bedeutet dies eine Reduzierung von 11,43t auf 8,17t CO2 pro Einwohner für das Jahr 2006. Erreicht wurden jedoch nur 8,8t. Damit wurde das Ziel um rund 20% verfehlt. „Die Stadt Korbach hat damit ihre Vorgaben bei weitem nicht erreicht“, meint Daniel May.
Der Klimabericht macht weiterhin deutlich, dass die Reduzierung der Klimagase vor allem von äußeren Faktoren abhängig war. Daniel May betont, dass die Reduzierung größtenteils kein Verdienst der Politik des Magistrats sei. Die größten Anteile sind:
- Höherer Anteil von regenerativen Energien im Strombereich
- Effizientere Kraftwerkstechnik im Strombereich
- Ausbau des Erdgasnetzes / Reduzierung des Heizölverbrauchs
- Anreize zur Wärmedämmung
- Effektivere Fahrzeuge
Von Seiten der Stadt Korbach wurden folgende Maßnahmen ergriffen:
- Einrichtung von zwei Stadtbuslinien (1998)
- Festsetzung von Niedrig-Energie-Bauweise in den Bebauungsplänen Nr. 48 Enser Wege (1998) Nr. 44 Melchiors Teich (1999), Nr. 49 Am Rammelswege (2000)
- Sanierung städtischer Liegenschaften
- Ausweisung von Tempo 30 Zonen im Stadtgebiet
- Einrichtung einer Bürgersolaranlage (wobei diese, wie das Wort erklärt, eher ein Erfolg der beteiligten Bürgerinnen und Bürger ist)
Die GRÜNEN meinen, jedoch die Stadt Korbach sei damit jedoch hinter ihren Möglichkeiten geblieben. Auffällig ist, dass die meisten kommunalen Anstrengungen bis zum Bürgermeisterwechsel und der Kommunalwahl 2001 erfolgten. „Die CDU/FWG/FDP Koalition hat für die Umwelt wenig erreicht und viel blockiert.“
Weitere kommunale Schritte zur CO2 Reduzierung können nach Meinung der GRÜNEN sein:
- Weiteren Ausbau des Stadtbusverkehrs (Dritte Linie, besserer Takt)
- Substituierung von fossilen Energieträgern durch regenerative Energien aus der Region (Pellets oder Holzhackschnitzel zur Beheizung, Pflanzenöl für Fahrzeuge)
- Festsetzung von Energiesparbauweise sowie Nutzung von Solarenergie bei Neubauten und darüber hinaus
- Nutzung städtischer Dachflächen für die Solarenergie
- Weitere Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten für erneuerbare Energieanlagen, Unterstützung durch die Stadt Korbach (Bürgersolaranlage, Bürgerwindrad)
Die GRÜNEN fordern die Stadtverwaltung insbesondere auf, die zuständige Agenda 21 Gruppe in die Anstrengungen zur Reduzierung der CO2 Emissionen wirksam einzubinden. „Die Agenda 21 hat sehr engagiert und mit viel Sachverstand einen umfangreichen Maßnahmenkatalog entwickelt, wie Korbach seinen Klimaschutzzielen näher kommen kann. Diese Kompetenz muss die Stadt nutzen“
Zusammenfassen stellen die GRÜNEN fest: Der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom Frühjahr 1997 für verbindliche Klimaziele wurde in der Vergangenheit zu wenig beachtet und ist den letzten Jahren vielmehr ignoriert worden.
Noch weiter verfehlt wurden die Ziele, welche die Stadtverordnetenversammlung im Mai 2002 im „kommunalen Handlungsprogramm für eine nachhaltige, zukunftsfähige Stadtentwicklung“ beschlossen hatte. Hier hatte man sich selbst verpflichtet, den CO2 Ausstoß bis 2010 zu halbieren (Referenzjahr hier 1987).
„Der Geist des Klimabündnisses war, unabhängig von der Trägheit der nationalen und internationalen Politik durch ein möglichst breites kommunales Bündnis viel für das Klima zu erreichen. Wir GRÜNE fordern den Magistrat deshalb auf, die Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung zur Reduzierung von CO2 zu befolgen und entsprechende Vorschläge zu erarbeiten“, sagt Daniel May. Auf Initiative der GRÜNEN hat das Stadtparlament daher auch beschlossen, dass der Magistrat nun jährlich im Umweltausschuss Bericht darüber abgeben muss, welche Klimaschutzmaßnahmen er im vergangenen Jahr eingeleitet hat.
MVA Korbach: Meteorologisches Gutachten
„Die jüngst bekannt gewordene Studie zur meteorologischen Situation in Korbach beweist einmal mehr, dass die Genehmigung für den Bau der Müllverbrennungsanlage in Korbach widerrufen werden muss“, fordert der Korbacher GRÜNEN Fraktionschef und Landtagskandidat Daniel May. Ein jüngst bekannt gewordenes meteorologisches Gutachten zeigt, dass in Korbach und Umgebung sehr häufig eine Inversionswetterlage herrsche, die einen Abzug von Abgasen verhindere. Wie bereits beim Thema Vorbelastung der Luft gehe die Genehmigung auch bei der Wetterlage von Fakten aus, die nichts mit der Wirklichkeit in Korbach zu tun hätten, betont Daniel May.
Er verweist zudem darauf, dass die Inversionswetterlagen bereits im Genehmigungsverfahren von Seiten des Aktionsbündnisses immer wieder angesprochen wurden. „Unsere Einsprüche wurden aber von der Genehmigungsbehörde einfach abgebügelt. Diese bereits damals offensichtliche Fehleinschätzung zeigt die Mängel des Genehmigungsverfahrens.“
Unglaubwürdig ist nach Auffassung des GRÜNEN Politikers die Ankündigung des hessischen Umweltministers der Sache nachzugehen. „Dietzel hat in den vergangenen Jahren zusammen mit seiner CDU Landesregierung immer auf Seiten der Betreiber der Müllverbrennungsanlage gestanden und keinen Finger gerührt für einen besseren Schutz der Korbacher Bevölkerung. Er hat seine Pflicht sträflich vernachlässigt, denn er hat sich nicht für eine Vorbelastungsuntersuchung für Korbach eingesetzt. Und das obwohl das Aktionsbündnis, aber auch der Gesundheitsstaatssekretär dieses seit langem fordern und den Umweltbehörden die Umweltbelastungen in und um Korbach bekannt sein müssten“, argumentiert Daniel May weiter.
„Mein persönliches Wahlziel für den Wahlkreis Waldeck ist: Klärung der Umweltvorbelastung in und um Korbach, höhere Auflagen für die Müllverbrennungsanlage sowie saubere und gesunde Lebensbedingungen. Für diese Ziele treten wir GRÜNE ein“, betont Daniel May. Er verweist zudem darauf, dass die Länder ab 2009 für die Umweltgesetzgebung zuständig seien. „Im Genehmigungsverfahren der Müllverbrennungsanlage Korbach, aber auch bei vielen anderen Projekten, hat sich immer wieder gezeigt, dass CDU und FDP immer kritiklos auf Seiten der Industrie standen und der Schutz von Umwelt und Menschen vor Emmissionen für diese Parteien nachrangig ist. Wirksamen Umweltschutz gibt es nur mit uns GRÜNEN“, so May abschließend.
Gute Stimmung auf der Grünen Woche
Bild von rechts: Karin Artzt-Steinbrink (Geschäftsführerin Upländer Bauernmolkerei), Nicole Maisch (MdB Bündnis 90/ Die Grünen), Bernd Kramer (Hofgut Rocklinghausen)
Am Gemeinschaftsstand der Upländer Bauernmolkerei und des Hofgut Rocklinghausen auf der Grünen Woche in Berlin informierte sich die Bundestagsabgeordnete Nicole Maisch (Bündnis90/ Die Grünen) über die aktuellen Entwicklungen auf dem Bio-Markt.
Vor allem die positive Entwicklung bei den Preisen für Bio- Milchprodukte und Bio- Getreide gibt den Öko- Betrieben in Waldeck- Frankenberg Mut für die Zukunft.
„Die Upländer Bauernmolkerei hat mit ihrem Fair- Milch- Projekt die Grundlage für den Anstieg der Milchpreise in Deutschland geschaffen,“ resümierte die verbraucherpolitische Sprecherin der Bündnisgrünen im Bundestag.
Auf dieser größten deutschen Verbraucherschau der Landwirtschaft sind die beiden heimischen Betriebe am Gemeinschaftsstand des Bundesprogramms Ökolandbau vertreten.
Das Hofgut Rocklinghausen des Lebenshilfewerkes Kreis Waldeck- Frankenberg ist seit 2002 Demonstrationsbetrieb für Ökologischen Landbau. In diesem bundesweiten Netz von rund 200 Demonstrationsbetrieben wird Verbrauchern sowie Landwirten, aber auch Verarbeitern und Vermarktern von Bio- Produkten und anderen interessierten Gruppen der Zugang zu geeigneten landwirtschaftlichen Betrieben mit Vorbildcharakter erleichtert. Diesen Gruppen wird ein praxisnaher Blick in den Alltag des ökologischen Landbaus mit seinen besonderen Qualitäten, seinen Chanchen und Problemen geboten.
Die Fachdiskussionen am Stand waren geprägt von den Chancen des Bio- Booms und den Gefahren der Agro- Gentechnik für den ökologischen Landbau.
Auf dem Gemeinschaftsstand des Bundesprogramms „Ökologischer Landbau“ präsentierte Bernd Kramer vom Hofgut Rocklinghausen im Rahmen einer kulinarischen Reise durch Deutschland ein neues Produkt, den Waldecker Bio- Knochenschinken, der bei den Messebesuchern sehr viel Anklang fand. Auch zeigten sich die Messebesucher interessiert an Waldeck- Frankenberg als Urlaubsregion und der Arbeit des Lebenshilfe Werkes für Menschen mit Behinderung. Bernd Kramer lud die Messebesucher zum Höhepunkt des diesjährigen 25 jährigen Jubiläums des Hofguts Rocklinghausen, dem „LandMarkt“ am 13.September 2008 auf das Hofgut ein.











